Neu Krieger“denk“mäler braucht das Land?

Eigentlich müsste es doch genug davon geben. Von den steinernen Kuben, die landauf landab in jedem Dorf zu finden sind. Darauf sind die Gefallenen oder schlimmer noch: die „Helden“ verzeichnet, die 1871 bis 1945 in den jeweiligen deutschen Kriegen starben. Seltsamerweise hat sich als Begriff für diese Steinungetüme das Wort „Denkmal“ eingebürgert. In Wahrheit haben die meisten dieser „Denkmäler“ aber recht wenig mit Denken zu tun und sollten daher ehrlicherweise auch „Ehrenmäler“ genannt werden. Denn das sind sie vollkommen unkritische „Ehrenmäler“. Es ist fraglich, ob man den Toten tatsächlich einen Gefallen tut, indem man ihren Taten versucht posthum einen Sinn anzudichten. Statt „starben für ihr Vaterland“ oder „erlagen dem Heldentod“, wäre „starben für im Angriffskrieg“ oder „verbluteten sinnlos für Kaiser und Vaterland“ wohl ehrlicher. Gefragt oder gar draufgeschrieben ist nie das Wo, Was, Wie oder Warum. Wo starben die „Helden“? Was taten Sie dort? Wie taten sie es? Und vor allem: Warum?
Vielleicht wären dann kommende Generationen nicht mehr so gierig danach auf dem Schlachtfeld zu sterben, wenn sie um den leeren Pathos wüssten.
Leider scheint es anscheinend noch nicht genug von diesen kontextlosen Ehrenmälern.
So berichtet ein Artikel in den „Potsdamer Neuesten Nachrichten“, dass neue dieser Soldaten-Ehrenmäler entstanden seien, z.B. in Guben oder Lieskau.
Spannend wäre es einmal zu erfahren, wer die neuen militaristischen Monumente eigentlich bezahlt.

Quelle: Thorsten Metzner: „Skandalöse“ neue Kriegerdenkmale. Generalstaatsanwalt Erardo Rautenberg kritisiert Kommunen und warnt vor Rechtsextremen, Potsdamer Neueste nachrichten, 15.2. 2008, http://www.pnn.de/Pubs/nachrichten/pageviewer.asp?TextID=15930