Gefährliche Nähe: Bundeswehr und die rechtsextreme HDJ/WJ

In dem Ende 2007 erschienenen Buch „Ferien im Führerbunker“ von Andrea Röpke finden sich mehrere Abschnitte, in denen auf Verbindungen zwischen der rechtsextremen „Wiking Jugend“ (1994 verboten) bzw. der „Heimattreuen Deutschen Jugend“ (HDJ) hingewiesen wird.

Während die neonazistischen Kameradschaften der verschiedenen „Gaue“ über den Truppenübungsplatz marschierten, fuhren die Bundeswehrsoldaten ungerührt weiter Streife. Schließlich, so berichtete ein Neonazi stolz, sei man von den Offizieren sogar zu offiziellen Gedenkfeiern auf die Soldatenfriedhöfe und an die Ehrenmäler der Gefallenen eingeladen worden.

(Röpke: Seite 23)

Ein Fallschirmlager, welches die HDJ ebenso wie die „Wiking-Jugend“ für junge Männer durchführte, fand demnach im „Sudetenland“, also im heutigen Tschechien statt. 2005 nahmen nach eigenen Angaben HDJ-ler aus dem Norden und Berlin-Brandenburg daran teil, um mit einem „militärischen Rundkappenschirm“ in 700 Meter Höhe aus einer Doppeldeckermaschine zu springen. HDJ-Bundesführer Sebastian Räbiger, der sich beim Aufprall das sprunggelenk brach, spricht in seinem Funkenflug-Artikel davon, dass die Gruppe ins Ausland auswich und damit einem Angebot eines Bundeswehrsoldaten folgte.

(Röpke: 64)

1998 wurde der ehemalige Zeitsoldat Gerd Ulrich wegen Verstoßes gegen das Sprengstoffgesetz zu einem Jahr auf drei Jahre Bewährung verurteilt. Er soll 1994 einem Gütersloher NPD-Mann, der aber vom Militärischen Abschirmdienst der Bundeswehr angeworben war, einen 223 Gramm schweren TNT-Sprengkörper nebst Sprengzünder zur Aufbewahrung anvertraut haben.

(Röpke: 77, 78)

Quelle: Andrea Röpke: Ferien im Führerbunker, Braunschweig 2007