DMZ-Chefredakteur gibt NPD-Blatt Interview

Der Chefredakteur des stark angebräunten Militärmagazins „Deutsche Militärzeitschrift“ (DMZ), Manuel Ochsenreiter, stand der NPD-Monatszeitung „Deutsche Stimme“ für ein ausführliches Interview zur Verfügung. Kaum verwunderlich, ist doch der NPD-Hausverlag, in dem die „Deutsche Stimme“ erscheint, ein treuer Anzeigenkunde in der DMZ.
In der aktuellen Februar-Ausgabe der „Deutschen Stimme“ berichtet Ochsenreiter über den von ihm mit herausgegebenem Sammelband „Staatsmord in Bagdad“. Dabei geht es um die Hinrichtung des irakischen Diktators Saddam Hussein. Dieser erhält neben Kritik im Interview auch einiges Lob:

Im Gegensatz zu anderen Staatschefs dort, die ausschließlich in die eigene Tasche wirtschaften, ließ Saddam das Volk teilhaben am Aufschwung des Landes. Krankenhäuser, Schulen, Straßen und Eisenbahnen wurden gebaut, Elektrizität erreichte auch entlegene Ortschaften. Die Frauen bekamen die gleichen Löhne wie die Männer, eine Landreform wurde durchgeführt und das Volk alphabetisiert.
Allerdings herrschte er auch mit unnachgiebiger Härte über das Land.

Letztlich deutet sich aber im Interview an, dass es in dem Buch gar nicht so sehr um den Irak geht, sondern die Hinrichtung Husseins eher Projektionsfläche ist:
Es geht nämlich darum, dass versucht wird die „Nürnberger Prozesse“ gegen die NS-Funktionäre, deren die Alliierten noch lebend habhaft werden konnten, als ungerecht und angebliche Siegerjustiz darzustellen.

Bei beiden Tribunalen ging es nicht um Rechtsfindung, sondern nur um eine vordergründig rechtliche, aber dafür sichere Verurteilung der Angeklagten im Rampenlicht der Weltöffentlichkeit. In beiden Fällen waren die Angeklagten bereits vorverurteilt worden. Bei beiden Prozessen handelte es sich um Siegerjustiz. Nürnberg bildet – wenn man so will – die Grundlage für Prozesse dieser Art.

Die Verurteilung und Hinrichtung Husseins wird da zur angeblichen Konstante einer US-Außenpolitik. Letztlich geht es aber implizit auch darum die Nachkriegsordnung, die auf den Urteilen von Nürnberg fußt, zu erschüttern.
Wer sich einmal näher mit den Nürnberger Prozessen beschäftig, wird schnell feststellen dass es sich mitnichten um eine blanke „Siegerjustiz“ handelt. Vielmehr war es ein monatelanger fairer Prozess mit festen juristischen Standarts (unabhängige Verteidigung, Beweisaufnahme etc.). Schon dass vom Todesurteil bis zum Freispruch sehr unterschiedliche Urteile gesprochen wurden, widerspricht der der gern wiederholten rechten Phrase von der „Siegerjustiz“.

Quelle: Tribunale von Nürnberg und Bagdad als blanke Siegerjustiz, DS-Gespräch mit dem Publizisten Manuel Ochsenreiter, in: Deutsche Stimme vom Februar 2008, online eingesehen


1 Antwort auf „DMZ-Chefredakteur gibt NPD-Blatt Interview“


  1. 1 NPD-BLOG.INFO » Holocaust-Relativierung und Täter-Opfer-Umkehr: Neonazis am 27. Januar gegen “Holocaust” in Gaza Pingback am 25. Januar 2009 um 10:39 Uhr
Die Kommentarfunktion wurde für diesen Beitrag deaktiviert.