Wehrmacht oder Bundeswehr?

In dem Artikel „Von „Auschwitz“ bis „entartet““ vom 19. Dezember 2007 wird am Rande über eine Namensfrage vor 51 Jahren berichtet:
„Wohl kaum jemand dürfte sich noch erinnern, dass 1955/56 als Name für die Armee der jungen Nachkriegsrepublik ernsthaft zunächst an „Wehrmacht“ gedacht wurde, war doch das Vorgängerheer auch in Hitlers Weltkrieg angeblich „sauber“ geblieben.“
In einem älteren Artikel in der Wochenzeitung „Das Parlament“ berichtet die Autorin zu dieser Thematik, dass zur Gründung der Bundeswehr 1956 laut einer Umfrage vom Allensbacher Institut, dass 35% der Befragten für den Namen Wehrmacht für die „neue“ Armee stimmten und nur 25% für die Bezeichnung „Bundeswehr“.
Angesichts des damals wohl noch verbreiteteren Bild von der „sauberen Wehrmacht“ überrascht das Ergebnis nicht und dass der Name auch in Regierungs-und Militärkreisen ernsthaft erwogen wurde überrascht ebenso wenig, da die Bundeswehr in der Anfangszeit fast ausschließlich von ehemaligen Wehrmachts-Angehörigen aufgebaut wurde. Diese Geburtshelfer in Lotenmantel prägen die Bundeswehr bis heute.

Aktualitätsgrad: 1955/56
Quellen:
Gerd Korinthenberg, dpa: Von „Auschwitz“ bis „entartet“. NS-Zeit in der Sprache, 19.12.2007, http://www.n-tv.de/894674.html

Susanne Kailitz: Geburtsstunde der Bundeswehr, in: „Das Parlament“ Nr. 1/2 2006 vom 2./9. Januar 2006, Seite 20