Weitere Kasernen-Umbenennungen gefordert

Der „Spiegel“ berichtete kürzlich, dass mehrere HistorikerInnen in einem Brief an die Verteidigungsministerium weitere Umbenennungen von Bundeswehr-Kasernen forderten:

Paul von Hindenburg ernannte Adolf Hitler zum Kanzler. General von Mudra forderte nach der Niederlage von 1918 einen neuen Krieg im Westen zur „endgültigen Abrechnung mit dem Erbfeinde“. Die Namen der beiden Nationalisten zieren weiterhin Kasernen der Bundeswehr.
Es sind Benennungen wie diese, gegen die sich nun rund 30 Historiker wehren: Sie fordern Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen zum Handeln auf. In einem Schreiben, das SPIEGEL ONLINE vorliegt, verlangen die deutschen und internationalen Geschichtswissenschaftler von der Ministerin, zahlreiche Kasernen umzubenennen.
Manche Kasernen trügen noch die Namen von Offizieren des Ersten Weltkriegs, die sich Kriegsverbrechen schuldig gemacht oder extrem nationalistische Ansichten vertreten hätten. 100 Jahre danach sei es ein „Anlass zum Innehalten, Nachdenken und zur Neuorientierung“.
Die Historiker meinen außerdem Standorte der Bundeswehr wie eine Kaserne in Hannover, die nach Otto von Emmich benannt ist. Der General habe im Ersten Weltkrieg als Kommandierender Ausschreitungen gegen die Zivilbevölkerung in Belgien zu verantworten, erklärten die Unterzeichner. Zu ihnen zählen unter anderen die Historiker Jochen Böhler, Wolfram Wette, Manfred Messerschmidt und der Friedensforscher Werner Ruf.

Quelle:
* fab/mgb/kes/dpa: Appell von Historikern: Von der Leyen soll Kasernen umbenennen,
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/kasernen-umbenennung-historiker-richten-appell-an-von-der-leyen-a-974540.html

Griechenland: Zwei Generäle für neonazistische Partei im EU-Parlament

Die neonazistische Partei „Chrysi Avgi“ („Goldene Morgenröte“) entsendet drei Abgeordnete ins Europaparlament, darunter zwei ehemalige Generäle.

Missglückter Viren-Angriff auf BraunzoneBw?

Kürzlich erhielt die Kontakadresse dieses Watchblogs folgende Email von GMX:
Viren-Attacke auf BraunzoneBW?

Liebes GMX Mitglied,

eine an Sie adressierte E-Mail wurde von unserem Virenscanner
als gefährlich eingestuft.

Um weiteren Schaden für Sie auszuschließen, wurde die E-Mail gelöscht.

Es folgen Details zu der betroffenen E-Mail:

Von: „Beauftragte Anwaltschaft“
An: „Braunzonebw“
Datum: Tue, 27 May 2014 16:31:04 GMT
Betreff: Stornierte Paypal Lastschrift vom 27.05.2014

Falls Ihnen der Absender persönlich bekannt ist, sollten Sie sich mit
ihm in Verbindung setzen und ihn darauf hinweisen, dass sein PC
wahrscheinlich von einem Virus befallen ist.

Die Einstellungen zu Ihrem GMX Virenscanner können Sie jederzeit unter
Optionen/Virenschutz anpassen.

Ihr GMX Team

Gerade der ‚Betreff‘, „Beauftragte Anwaltschaft“, der Email lässt vermuten, dass es sich um einen gezielten Angriff handelt. Von Zeit zu Zeit wird dieser Watchblog mit Prozessen bedroht. Die Klage-Ankündigungen werden auch per Email als Anhang mitgeschickt. Dadurch besteht die Möglichkeit etwas ganz anderes, nämlich einen Virus, anzuhängen, in der Hoffnung der Empfänger lädt ihn herunter und öffnet ihn.
„BraunzoneBw“ fühlt sich geehrt und bestärkt durch soviel feindliche Aufmerksamkeit.

Griechenland: Offiziere kandidierten für neofaschistische Partei

Zwei höherrangige Ex-Militärs kandidierten in Griechenland für die neofaschistische Partei „Chrysi Avgi“ („Goldene Morgenröte“). Der zurückgetretene Generalleutnant Eleftherios Synadinos, der einst die Spezialstreitkräfte kommandierte, und Georgios Epitideios, ein ehemaliger Direktor im EU-Militärstab („European Union Military Staff“) kandidieren für CA.
In ihrer Vorstellung werden die beiden Kandidaten auf der Homepage von CA in Uniform präsentiert.

Quelle:

* Damian Mac Con Uladh: Retired generals to fight Euro election on Golden Dawn ticket, http://www.enetenglish.gr/?i=news.en.article&id=1893

Bundeswehr-Fallschirmjäger a.D. sprach 2012 auf rechten Kreta-Gedenken in Österreich

Landser - Angriff auf Kreta

Auch im eingestellten Magazin „Der Landser“ wurde dem deutschen Überfall auf Kreta gehuldigt

Aus dem Grazer Magazin „Enterhaken“ Nr. 25:

Seit knapp 60 Jahren treffen sich jährlich um den 20.Mai, den Jahrestag des deutschen Überfalls auf Kreta 1941, Veteranen von Gebirgsjäger- und Fallschirmjägereinheiten in Gniebing, nahe Feldbach in der Südoststeiermark. Hier wird sowohl der Eroberung Kretas durch deutsche Truppen gedacht wie auch der Eroberung der von der Roten Armee schon befreiten Stadt Feldbach durch Fallschirmjäger und Waffen-SS im Jahr 1945.
Veranstaltungsort ist die Karnerhöhe in der Gemeinde Gniebing. Das Denkmal, das im Zentrum des Aufmarsches steht, besteht aus einer 13 Meter hohen Steinsäule, auf der ein Adler im Sturzflug sitzt, auf dem Denkmal selbst sind mehrere Tafeln angebracht, darunter eine mit der Widmung: “Hier kämpften und fielen in den ersten Apriltagen des Schicksalsjahres 1945 deutsche Fallschirmjäger. Getreu ihrem Eid und Gehorsam der beschworenen Pflicht.”
In den letzten 5 Jahren schwankte die TeilnehmerInnenzahl stark. Nahmen 2008 nur ca. 30 Personen teil, waren es 2011 und 2012 rund 200. Die TeilnehmerInnen, darunter Burschenschafter und Mitglieder der KIV, der Veteranenorganisation der Waffen-SS, marschieren mit Musik, KranzträgerInnen und Fahnenabordnungen als “Schweigemarsch” zum Denkmal. Kamerad betrauert die Toten, ehrt den Heldenkampf und versichert sich gegenseitig „ewiger“ und „wahrer“ Werte. Doch welche zwei Operationen des „Dritten Reiches“ werden „gefeiert“?

In einem längeren Bericht auf dem Blog des „AK Hinterland“ wird aus der Ansprache eines Oberleutnant a.D. der Bundeswehr Jochen Haupt von 2012 zitiert, der als Repräsentant des „Bundes Deutscher Fallschirmjäger“ vor Ort war eine Rede hielt:

Am Fallschirmjägerehrenmal in Feldbach/Steiermark fand ich folgende Inschrift: ‚Die für das Vaterland starben, ehren wir am besten, wenn wir für das Vaterland leben.‘ Dem heutigen deutschen Durchschnittsbürger ist das Wort Vaterland zumindest suspekt, für ihn spielt das Vaterland keine große Rolle mehr. Militärische Tugenden werden argwöhnig beäugt, Einsatz für das Vaterland erscheint heute vielen nach Jahrzehnten der Sicherheit und des Wohlergehens eher lächerlich. Umso mehr ist davon auszugehen, dass für die Mehrzahl der hier in Gottes Frieden ruhenden Deutschen Fallschirmjäger das Vaterland in ihren Wertevorstellungen ganz vorn stand. Über 4.500 meist ganz junge Männer, viele unter 20 Jahre alt, gaben ihr junges Leben für ihre Überzeugungen.

Dass diese Überzeugungen nationalsozialistischer Art waren, wird nicht erwähnt.

* Mehr unter: http://akhinterland.wordpress.com

PM des Rabatz-Bündnis: Sprengstoff bei Neonazi der Kameradschaft Berchtesgadner Land

Bad Reichenhall 2010
BILD: Benjamin Hager 8Glatze, mit Sonnenbrille) auf SS-Gedenken in Bad Reichenhall, Quelle: rabatz-Bündnis

Pressemitteilung 1/2014
25.03.2014
www.rabatz.tk
Sprengstoff bei Neonazi der Kameradschaft Berchtesgadner Land

rabatz: „Zivilgesellschaft muss endlich gegen rechte Aktivitäten aktiv werden“

Traunstein/Waging. Benjamin Hager, ein Aktivist der Neonazi-Kameradschaft Berchtesgadner Land wurde am 6. März 2014, wegen Verstößen gegen das Sprengstoffgesetz verurteilt. Das rabatz-Bündnis fordert von der Zivilgesellschaft in der Region auf endlich gegen Neonazis aktiv zu werden.

Bei einer Hausdurchsuchung am 21. Dezember 2012 fanden Polizeibeamte bei dem 26-jährigen Waginger „Munition, Waffen, Sprengstoff und allerhand unerlaubte Pyrotechnik“[1]. Das Amtsgericht Traunstein hat nun am 6. März diesen Jahres den Neonazi wegen Erwerbs, Beförderung, Verkehrs und Umgang von und mit explosionsgefährlichen Stoffen zu einer Freiheitsstrafe von 16 Monaten verurteilt[2]. Allerdings wurde die Freiheitsstrafe auf drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt. Vor Gericht wurde Benjamin Hager von dem neonazistischen Szenanwalt Frank Miksch (Fürth)[3] vertreten.
Bei einer Hausdurchsuchung am 21. Dezember 2012 fanden Polizeibeamte bei dem 26-jährigen Waginger „Munition, Waffen, Sprengstoff und allerhand unerlaubte Pyrotechnik“[1]. Das Amtsgericht Traunstein hat nun am 6. März diesen Jahres den Neonazi wegen Erwerbs, Beförderung, Verkehrs und Umgang von und mit explosionsgefährlichen Stoffen zu einer Freiheitsstrafe von 16 Monaten verurteilt[2]. Allerdings wurde die Freiheitsstrafe auf drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt. Vor Gericht wurde Benjamin Hager von dem neonazistischen Szenanwalt Frank Miksch (Fürth)[3] vertreten.
Benjamin Hager ist laut dem a.i.d.a.-Archiv einer „der langjährigen Aktivisten des neonazistischen ‚Freien Netz Süd‘ (FNS). Er tritt in der Öffentlichkeit für die ‚Kameradschaft Berchtesgadener Land‘ sowie die ‚Bürgerinitiative Ausländerstopp‘ München auf“[4]. In der Vergangenheit nahm er auch auf der ultra rechten SS-Gedenkfeier in Bad Reichenhall teil. Dazu Anna Jade vom antifaschistischen rabatz-Bündnis:
„Der Vorfall zeigt erneut welche Gefahr von der Naziszene in der Region Chiemgau/ Berchtesgadner Land ausgeht. Das Reichenhaller SS-Gedenken ist ja schon lange als Treff von Alt- und Neonazis, Rechtsterroristen[5], Waffennarren[6] und Geschichtsrevisionisten bekannt. Jetzt zeigt sich auch, dass sich auch lokale Neonazis bewaffnen.“ Ihre Gewaltbereitschaft hat die Kameradschaft Berchtesgadner Land bereits mehrfach unter Beweis gestellt. So waren beispielsweise im November letzten Jahres Aktivisten der KS BGL wie Mathias Häuslmann und Alexander Donninger an den Neonazisübergriffen auf eine antirassistische Demonstration in Aachen beteiligt. Das rabatz-Bündnis fordert die
Zivilgesellschaft in der Region auf endlich gegen Neonazis aktiv zu werden. Wörtlich heißt es in einer Pressemitteilung: „Egal ob sich Neonazis im Pidinger Gasthaus „Altwirt“ zu einem sogenannten „Heimattreuen Volkstanz“ oder am Kugelbachparkplatz zum SS-Gedenken treffen, wir meinen Alt und Neonazis darf kein Millimeter Platz zugestanden werden. Die Bewohner*innen des Berchtesgadener Landes haben rechte Aktivitäten bereits zulange ignoriert- es wird Zeit zu handeln“.

[1] http://www.heimatzeitung.de/lokales/berchtesgadener_land/1225814_Bewaehrung-fuer-Waginger-Sprengkoerper-Bastler.html
[2] http://www.endstation-rechts-bayern.de/2014/03/bewaehrungs-und-geldstrafen-fuer-bayerische-neonazis/
[3] Frank Miksch war laut a.i.d.a. in der Vergangenheit mehrfach bei Aufmärschen des Neonazi Netzwerkes „Freies Netz Süd“ anwesend, vgl. http://aida-archiv.org/index.php?option=com_content&view=article&id=3047:25-juni-2012&catid=226:2012-juni&Itemid=1367
[4] http://www.aida-archiv.de/index.php?option=com_content&view=article&id=4459:6-maerz-2014&catid=248:maerz-2014
[5] 2011 waren bei dem SS-Gedenken in Bad Reichenhall auch die für den geplanten Bombenanschlag auf die Grundsteinlegung des jüdischen Zentrums am Münchner Jakobsplatz als Rechtsterroristen verurteilten Martin Wiese und Karl-Heinz Statzberger anwesend, obwohl gegen die beiden ein gerichtliches Kontaktverbot verhängt worden war.
[6] Als die Polizei 2006 erstmals die Teilnehmer*innen der Reichenhaller SS-Gedenkfeier kontrollierte wurden neben Hakenkreuzfahnen auch Sprengmittel, Pistolen, Rauchbomben und andere Waffenteile bei den damals ca. 130 anwesenden Alt- und Neonazis (u.a. aus Deutschland, Frankreich, Italien und Dänemark) beschlagnahmt.

Landser-Magazin ‚zur großen Armee abberufen‘ – Nachfolge-Projekt taucht auf

Kaum ist das Landser-Magazin eingestellt, schon schließt ein Ersatz-Magazin die Lücke an ‚Bedarf‘ an kriegsverherrlichenden Soldaten-Geschichten. Auf „Blick nach Rechts“ schreibt Anton Maegerle:

Im vergangenen September sind die soldatischen Groschenromane „Landser“ nach öffentlichen Protesten eingestellt worden – eine neue Reihe „Weltkrieg. Erlebnisberichte“ ist jetzt auf dem Markt.
Die kriegsverherrlichende Heftromanreihe „Der Landser“, ein pseudodokumentarisches Abenteuerheft für Weltkriegsbegeisterte, wurde nach öffentlichen Protesten im September 2013 eingestellt. Wenige Wochen später gingen neue Kriegsroman-Reihen mit dem Titel „Weltkrieg. Erlebnisberichte“ an den Start. Diese knüpfen unverhohlen am alten „Landser“ an.
5000 Ausgaben des „Landserheftes“, teilweise in einer Auflage von bis zu 500 000 Exemplaren hatte der Pabel-Moewig Verlag (Bauer Media Group) im Zeitraum von 1957 bis 2013 wöchentlich verbreitet. Im Sommer letzten Jahres veröffentlichte das renommierte Simon Wiesenthal Center (SWC) in Los Angeles eine Studie, in der dokumentiert wurde, dass in den soldatischen Groschenromanen der Holocaust und die Waffen-SS verharmlost sowie der Nationalsozialismus verherrlicht werde. Als Fazit forderte das SWC ein Verbot der „Landser-Hefte“, dem die Bauer Media Group schließlich durch Einstellung des „Landser“ zuvorkam.
Zu den Autoren der „Landser“-Serie gehörten unter anderem Kurt Ziesel und Wilhelm Tieke. Ziesel, Ex-NSDAP-Mitglied, arbeitete als Journalist von 1931 bis 1945 bei NS-Propagandablättern. Er war einer der Gründer der rechtsextremen „Gesellschaft für freie Publizistik“. Tieke war Ehrenmitglied des Waffen-SS-treuen Kameradenwerkes Korps Steiner.
Am 17. Dezember 2013 gingen die ersten Hefte der neuen Kriegsroman-Reihen „Weltkrieg. Erlebnisberichte“ in Deutschland, Österreich, Schweiz, Italien (Südtirol) und Luxemburg in den Handel. In den drei Reihen sollen alle zwei Wochen ein „Weltkrieg“-Originalband und je alle vier Wochen ein „Weltkrieg“-Doppelband und ein „Weltkrieg“-Flieger erscheinen. Weitere Reihen sind für dieses Jahr geplant.
[…] Erschienen sind seitdem unter anderem die Hefte „Krieg im Mittelmeer“ von Hajo Herrmann und „Luftschlacht von Oschersleben“ von Walther Dahl. Oberst a.D. Dahl wurde am 26. Januar 1945 von Hermann Göring zum Inspekteur der Tagjäger ernannt. Dahl gehörte später dem Funktionärsgremium „Freiheitlicher Rat“ im Umfeld der Deutschen Volksunion (DVU) an. Noch Anfang der 80er Jahre amtierte Dahl als Ehrenvorsitzender des „Unabhängigen Freundeskreises aller Waffengattungen“. Der im November 2010 im Alter von 97 Jahren verstorbene Oberst a.D. Hajo Herrmann war bis 1945 Inspekteur der Nachtjäger und Vertrauter Görings. Der über Jahrzehnte in Düsseldorf wohnhafte Rechtsanwalt Herrmann war eine der letzten noch lebenden Größen aus der NS-Zeit und damit ein vielgefragter Gesprächspartner in rechtsextremen Kreisen. Mehrfach trat der bekennende NPD-Wähler als Referent auf Veranstaltungen der DVU und der NPD in Erscheinung.

Quelle:
* Anton Maegerle Unverhohlene Nachfolge, 26.03.2014, http://www.bnr.de/artikel/aktuelle-meldungen/unverhohlene-nachfolge

Veteranen-Blatt „Soldat im Volk“ hat Betrieb eingestellt

Das rechtslastige und geschichtsrevisionistische Vereinsorgan „Soldat im Volk“ des Wehrmachtveteranen-Organisation „Verband deutscher Soldaten“ (VdS) wurde Ende letzten Jahres eingestellt.
Bei „Blick nach Rechts“ hieß es in einem sehr lesenswerten Analyse über „Soldat im Volk“:

Für Tradition und Fortschritt europäischen Soldatentums“ will das Blatt „Soldat im Volk“ eintreten. Tatsächlich ist das Organ des Verbands Deutscher Soldaten (VDS) nach wie vor ein Hort extrem rechten Gedankenguts.
Den Leitartikel der Zeitschrift, die seit 1951 erscheint, verfasst stets der VDS-Bundesvorsitzende Max Klaar (Bonn). Bei der Bundeswehr befehligte er einst eine Einheit von Fallschirmjägern. Klaar findet: „Beide Weltkriege wurden von Großbritannien und seinen Verbündeten als zweiter 30-jähriger Krieg geführt, um Deutschland als Wirtschaftsmacht auszuschalten.“ So steht es in der Ausgabe 4/2012. […] Als Autoren kommen in „Soldat im Volk“ einschlägig bekannte Namen zu Wort: die geschichtsrevisionistischen Publizisten Franz Uhle-Wettler und Gerd Schulze-Rhonhof zum Beispiel, der rechtsextreme Verleger Gert Sudholt, Ex-Tagesschau-Moderatorin Eva Herman, der Ökonom Eberhard Hamer sowie Jürgen Reichardt, der in den 80er Jahren Sprecher des damaligen Verteidigungsministers Manfred Wörner war und heute Präsident des völkisch-reaktionären Bayerischen Soldatenbundes ist. Die Beiträge werden teilweise aus anderen Publikationen übernommen. […] Die Bundesregierung fand im Jahr 2000 bei der Zeitschrift „einzelne tatsächliche Anhaltspunkte für einen rechtsextremistischen Hintergrund“. So wurde in Anzeigen für die revisionistische Schrift „Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung“ (VffG) geworben. „Soldat im Volk“ druckte auch einen unkommentierten Text eines Führungsmitglieds der US-Neonazipartei NSPA ab. „Die Grundaussagen vieler Artikel in ,Soldat im Volk‘ sind kaum von denen in rechtsradikalen Publikationen unterscheidbar“, stellten schon in den 90er Jahren Bundestagsabgeordnete der Grünen in einer kleinen Anfrage fest.
VDS-Chef Klaar fuhr 2011 nach Washington, um an einer eigenartigen Zeremonie teilzunehmen. Dabei entschuldigte sich der ehemalige US-Major Merrit Drucker stellvertretend beim VDS-Vorsitzenden für Zustände in amerikanischen Kriegsgefangenenlagern nach dem Zweiten Weltkrieg. Drucker wurde bei der Aktion von dem revisionistischen Publizisten James Bacque („Der geplante Tod“) unterstützt. Dessen Thesen hat die seriöse Geschichtswissenschaft längst widerlegt.“
Auf der Homepage des „Verbandes Deutscher Soldaten“ findet sich folgender Eintrag vom 28. November 2013:
„So rufe ich Ihnen heute diese vier Worte zu, ohne dabei lächeln zu können. Es heißt, Abschied zu nehmen von unserer Verbandszeitung, die wir mangels Finanzmasse nicht länger herausgeben können, wenn nicht unerwarteter Geldregen eintrifft.
Vor fast 10 Jahren übernahm ich den Bundesvorsitz in scheinbar auswegsloser Situation; damals stand der VdS als berufsständische Vereinigung wegen der von Minister Struck verhängten Kontaktsperre zur Bundeswehr vor der Auflösungsfrage und war praktisch pleite. Ich bat Sie dann für die Fortsetzung der Arbeit um Spenden. Sie halfen seit 2004 mit insgesamt rund 150.000 Euro; namens des Bundesvorstandes kann ich Ihnen dafür auch heute gar nicht genug erneut dafür danken.
Die noch verbliebenen Mittel werden bis zur Entscheidung des Bundesverfassungsgerichtes über die Kontaktsperre benötigt. Wer irgend kann, wird inständig um weitere Spenden gebeten, um die Zeit bis dahin durchstehen zu können. Sollte der Haushaltstopf durch glückliche Fügung die Wiederaufnahme von Soldat im Volk erlauben, wollen wir das gerne versuchen.
Der Verband deutscher Soldaten erkämpfte in den Anfangsjahren mit der 131-er Gesetzgebung die Kriegsopferversorgung. Zahllose VdS-Mitglieder bauten die neuen deutschen Streitkräfte mit auf und wirkten in besonderer Weise bei der Weitergabe soldatischer Tugenden und Traditionen an unsere jungen Soldaten mit.
Gegenwärtig erleben wir tief bestürzt, wie in der Bundeswehr die Erinnerung an unsere deutschen Armeen und deren Truppenteile gelöscht wird.
[…] In den letzten 10 Jahren widmete sich der VdS über Soldat im Volk besonders der Verteidigung von Recht und Freiheit des deutschen Volkes.

Quelle:
* Magnus Bosch: Völkisch-reaktionäres Weltbild, Blick nach Rechts, 27.02.2013, http://www.bnr.de/artikel/hintergrund/voelkisch-reaktionaeres-weltbild

DMZ fusioniert mit „Der Freiwillige“

Der Verlagskomplex des norddeutschen Rechtsextremisten Dietmar Munier hat die Waffen-SS-treue Zweimonatszeitschrift „Der Freiwillige“ geschluckt. Das knapp 60 Jahre lang erscheinende militärgeschichtliche Heft ist in dem Munier-Hausblatt „DMZ Zeitgeschichte“ aufgegangen.
Anfang des Jahres hatten Dietmar Munier, Patrick Agte (bisheriger Herausgeber des „Freiwilligen“)  und Guido Kraus (Chefredakteur „DMZ Zeitgeschichte“) in einem Schreiben kundgetan, dass das einstige Mitteilungsblatt der ehemaligen Soldaten der Waffen-SS mit der „DMZ Zeitgeschichte“ aus dem Hause Munier zusammengeführt wurde. Konkret heißt das, dass die bisherige Konzeption der im dritten Jahrgang vierteljährlich erscheinenden „DMZ Zeitgeschichte“ komplett beibehalten und von der einstigen Aufmachung und Gestaltung des „Freiwilligen“ nichts übernommen wurde. Das Ende des im 59. Jahrgang erscheinenden „Freiwilligen“, der bisherigen Leserschaft des Blattes als „Stärkung“ und Konzentration der Kräfte scheinbar schmackhaft gemacht, bedeutet insofern einen weiteren Ausbau des Munier-Verlagskomplexes, der sich in den letzten Jahren auch die langjährigen rechten Periodika „Nation& Europa“ und „Der Schlesier“ einverleibt hat.
Auf ihre geschichtsrevisionistische und NS-apoletische Lektüre hatten Leser/innen des „Freiwilligen“ seit dem vergangenen Sommer warten müssen. Erst im Februar dieses Jahres lieferte Patrick Agte, der Anfang 2000 den „Freiwilligen“ und den Munin-Verlag übernommen hatte, die Doppelausgabe für Juli/August und eine Gesamtausgabe für die Monate September, Oktober, November und Dezember 2013 nach.


Quelle:

* Anton Maegerle: Geschichtsrevisionistische Fusion, Blick nach Rechts, 19.02.2014, http://www.bnr.de/artikel/hintergrund/geschichtsrevisionistische-fusion

Bundeswehr: Männerbund will Männerbund bleiben

In den letzten Wochen gab es mehrere Artikel, die sich dem Thema ‚Frauen in der Bundeswehr‘ widmeten.
Zum einen wurde behauptet, dass Frauen in der Bundeswehr ’schlecht integriert‘ seien. Laut einer Befragung der Bundeswehr-Männer von 2011 seien Frauen ihren Aufgaben in der Armee nicht gewachsen. Eine Kritik, die vor einiger Zeit bereits das neurechte „Institut für Staatspolitik“ formuliert hatte. Demnach würden Frauen die Kampfkraft der Bundeswehr schwächen. Es ist die Neuauflage der alten Behauptung Frauen seien für das Kämpfen ungeeignet.

Laut dem Bericht des Wehrbeauftragten registrierte die Bundeswehr im Jahr 2013 ‚nur‘ 64 Verdachtsfälle sexueller Belästigung (2012: 50). Allerdings soll das Verteidigungsministerium Daten lange zurückgehalten haben. Nach einer Studie des Zentrums für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr von 2011 sollen 55 Prozent der Soldatinnen bereits mindestens einmal sexuell belästigt worden sein. Dass sind weitaus größere Zahlen als die 64 Fälle, in denen sich Betroffene getraut haben, sich über ihre Belästigung zu beschweren. Die hohe Differenz erklärt sich mutmaßlich, wie in anderen Gesellschaftsbereichen auch, durch die hohen Hürden zur Beschwerde und die fehlende Sensibilität der Beschwerde-Annehmenden.

Jedenfalls scheint der Männerbund Bundeswehr trotz Zugangsmöglichkeit für Frauen ein Männerbund bleiben zu wollen.

Quelle:
* Bundeswehr Wehrbeauftragter besorgt über sexuelle Übergriffe, 28.01.2014, http://www.faz.net/aktuell/politik/bundeswehr-wehrbeauftragter-besorgt-ueber-sexuelle-uebergriffe-12773350.html

Handelte Mundlos in der Bundeswehr mit Waffen?

Brisant klingt vor allem eine Passage: Ihm sei über Uwe Mundlos berichtet worden, „dass er über seinen Nazikameraden, Waffen und Sprengstoff aus dem Bestand von abgezogenen Rotarmisten besorgen“ könne. Ein Rekrut habe erzählt, „dass er von Mundlos eine (Pistole vom russischen Typ) Makarow gekauft hatte.“

Quelle:
* Martin Debes: NSU-Zeuge: Mundlos handelte in Bad Frankenhausen mit Waffen, Thüringer Allgemeine, 12.12.13, http://www.thueringer-allgemeine.de/startseite/detail/-/specific/NSU-Zeuge-Mundlos-handelte-in-Bad-Frankenhausen-mit-Waffen-774998417

Misshandlung von Soldaten in Thüringer Kaserne

Die Zeitung „Die Welt“ berichtete:

Im Fall des misshandelten Bundeswehrsoldaten in der Werratal-Kaserne in Bad Salzungen sind neue Details bekannt geworden. Laut Medienberichten soll das mutmaßliche Opfer von drei Kameraden mit Nadeln aus einem Tackergerät beschossen worden sein. Wie „Süddeutsche Zeitung“ und „Spiegel Online“ am Samstag berichteten, sollen die Männer den Soldaten zudem mit Filzstiften bemalt, mit starkem Klebeband gefesselt und mit obszönen Videofilmen gedemütigt haben. Der Soldat hatte sich an einen Gruppenführer gewandt.
Die Kameraden sollen die Verpflegung des mutmaßlichen Opfers mit ihren Geschlechtsteilen berührt und dies gefilmt haben, wie die „SZ“ schreibt. Das Filmmaterial soll dem Soldaten vorgespielt worden sein, nachdem er die Nahrung gegessen hatte. Der junge Mann berichtete auch, die drei Zeitsoldaten hätten sein Gesicht mit Filzstift bemalt, Ausrüstungsgegenstände zerstört, ihm mit einer Feldmütze ins Gesicht geschlagen sowie ihn in den Schwitzkasten genommen und über den Flur gezogen.
Ein Sprecher der ermittelnden Staatsanwaltschaft Meiningen konnte die Informationen am Samstag nicht bestätigen. Der Behörde liege die Strafanzeige noch nicht vor, Details könnten daher noch nicht genannt werden.“
Ähnlicher Fall bei der Marine
Den Berichten zufolge sollen sich die Übergriffe im Oktober und November in der Werratal-Kaserne abgespielt haben. Demnach wandte sich der Soldat wegen der Misshandlungen schließlich vergangenen Mittwoch an einen Gruppenführer. Der Verdacht richtet sich nun gegen drei Soldaten des Panzergrenadierbataillons 391 aus der Werratal-Kaserne, darunter ein Unteroffizier. Alle drei sollen ihrem mutmaßlichen Opfer dem Rang nach vorgesetzt sein.

Hellmut Königshaus, der Wehrbeauftragte des Bundestages wiegelte gegenüber der Presse ab: „Vergleichbare Fälle gibt es leider immer wieder einmal, eine Häufung oder gar ein systematisches Problem kann ich aber momentan nicht erkennen“.
Eine streng hierarchische und wenig transparente und demokratische Institution wie die Bundeswehr erleichtert aber durchaus derartige Fälle von Misshandlungen.

Quelle:
* dpa/sara: Bundeswehrsoldat wohl mit Tackernadeln beschossen, „Die Welt“, 14.12.13, http://www.welt.de/politik/deutschland/article122940790/Bundeswehrsoldat-wohl-mit-Tackernadeln-beschossen.html

Braunes unterm Weihnachtsbaum

Die extrem rechte „Deutsche Militärzeitschrift“ bringt auch für 2014 einen Kalender heraus. Er trägt den Titel „Männer der Waffen-SS“ und zeigt einen Ritterkreuzträger der SS mit Hitlerbärtchen.
DMZ-Kalender 2014

Offizier sieht keinen Rassismus bei der Truppe

Der Offizier und ‚People of Colour‘, Dominik Wullers will keinen Rassismus in der Bundeswehr ausmachen. In einem Kommentar in ‚Die Zeit‘ schreibt er:

Abschließend noch ein Kommentar zum ach so weitverbreiteten Rassismus in der Bundeswehr: Das ist Bullshit. Wie in jeder Organisation gibt es auch in der Bundeswehr Idioten und geistig Arme. Nur: Im Gegensatz zu vielen anderen Organisationen geht die Bundeswehr massiv gegen rechtsradikale Kameraden vor. Unter anderem mit einem eigenen Geheimdienst, dem Militärischen Abschirmdienst, der bei dem kleinsten Nazi-Verdacht eine Kaserne auf den Kopf stellt. Und wer glaubt, dass es nach einer gemeinsam durchgestandenen Gefechtsübung noch „Ausländer“ gibt, hat keine Ahnung von der zusammenschweißenden Wirkung unseres Berufs.

Quelle:
* Dominik Wullers: Was glaubt ihr eigentlich, wer wir sind?, Die Zeit, 24. November 2013, http://www.zeit.de/2013/48/soldaten-deutschland

„Fanpost“ von Rechts

Ein gewisser „Achim Rhode“ mit der Emailadresse achimrhode@gmx.de schreibt:

überlegt euch mal was ihr da für ein mist unter die leute bringt
 
das braune gesindel und das rote gewürm gehören in einen topf
achso nicht ganz da gibt es einen unterschied
das rote gesindel hat dreimal soviel menschenleben auf dem gewissen
wie die nazis

Waffen-SS-Veteran als Nazi-Zeitzeuge

Der Informationsdienst „Blick nach Rechts“ berichtet:

Unter dem Label „Treffen der Generationen“ organisieren Neonazis seit Jahren Veranstaltungen, bei denen Alt-Nazis dem Nachwuchs ihre „Lebenserinnerungen“, zumeist Kriegserinnerungen, präsentieren – jetzt auch im westfälischen Hamm.
Der lokale Kreisverband der Partei „Die Rechte“ (DR) organisierte das „1. Treffen der Generationen“, dem weitere Veranstaltungen mit den „letzten noch lebenden Zeitzeugen aus der Erlebnisgeneration“ folgen sollen. Nach Angaben der Veranstalter kamen „rund 50 Gäste aus allen Generationen und von verschiedenen Parteien und Organisationen“. Referent war der 90-jährige Kurt Barckhausen aus Kassel.
Mit 17 Jahren habe sich Barckhausen freiwillig zur Waffen-SS gemeldet, weiß der DR-Kreisverband zu berichten. Bei Kriegsende gehörte er demnach als Untersturmführer der 3. SS-Division „Totenkopf“ an. „Lebhaft“ habe Barckhausen über seine Zeit als Soldat in der „größten Freiwilligenarmee Europas“ berichtet, so „Die Rechte“. Auch sein Einsatz nach dem Mai 1945 imponiert den in der Worch-Partei organisierten Neonazis: Barckhausen habe „in Bedrängnis geratenen ehemaligen Angehörigen der Waffen-SS“ gefälschte Entlassungspapiere besorgt und damit „einige Kameraden vor den alliierten Häschern retten“ können. „Stehende Ovationen“ gab es dem Veranstaltungsbericht zufolge für Barckhausens Bekenntnis, „dass er seinen Eid, den er als Soldat geschworen hat, bis heute nicht gebrochen hat“.

Quelle:
* ts: SS-Zeitzeugen, BnR, 04.12.2013

Aufstand der Generäle

Laut der neurechten Wochenzeitung „Junge Freiheit“ (JF) hat der Verteidigungsminister Thomas de Maiziere (CDU) einen Protestbrief von 32 ehemaligen Generalen der Bundeswehr erhalten. Darin protestieren diese dagegen, dass der „Ehrenhain“ in Munster verändert werden soll. In Munster befindet sich ein Ausbildungszentrum der Bundeswehr, an dessen Standort sich ein „Ehrenhain“ mit Gedenksteinen auch an Wehrmachts-Einheiten befindet. Letztes Jahr nun, filmte ein TV-Team wie am Volkstrauertag auch ein Kranz für eine SS-Panzerdivision niedergelegt wurde. Die in einer Sendung verwendeten Bilder führten zu einem Skandal, woraufhin sich die Bundeswehr-Führung veranlasst sah den Gedenkort umzugestalten, sodass Wehrmachts-Bezüge verschwinden.
In dem ausschnittsweise von der JF zitierten Brief wird der Anlass für diese Maßnahme als „lächerlich unbedeutender Vorfall“ bezeichnet. Weiter heißt es in einer sehr rechtskonservativer Tonlage:

„Wenn schon die Mehrheit des deutschen Volkes seine in den Kriegen gefallenen Soldaten vergißt
und in vielen Kirchen die Gedenktafeln mit den Namen der Kriegstoten entfernt werden, ist es zumindest die Anstandspflicht der heutigen Soldaten, ihrer gefallenen Vorgänger zu gedenken und ihnen eine ehrende Erinnerung zu erweisen. […] In einem Land, in dem seit einiger Zeit mit Steuergeldern Gedenksteine für Deserteure errichtet werden, wirkt das dienstlich angeordnete Abbauen von Gedenkstätten für die Soldaten, die ihre Pflicht bis in den bitteren Tod hinein erfüllt haben, wie ein Faustschlag des Verteidigungsministers in das Gesicht seiner Soldaten.“

Die Aktion wäre überdies „ein klares Signal an junge Idealisten und Patrioten in Deutschland, sich dem Staat nicht mehr für den Militärdienst zur Verfügung zu stellen“.

Griechenland: Reservisten fordern eine Art Putsch

Der „Kölner Stadt-Anzeiger“ berichtet:

Der am Mittwochabend auf der Internetseite des Reservistenverbandes griechischer Elitesoldaten (KEED) veröffentlichte Aufruf enthält 15 Forderungen. Die Reservisten verlangen unter anderem den Rücktritt der Regierung, die Bildung einer Regierung der „Nationalen Notwendigkeit“ unter der „Garantie“ der Streitkräfte, ein Ende des Spar- und Reformprogramms, die einseitige Kündigung der Staatsschulden und die Beschlagnahme aller deutschen Privat-, Firmen und Staatsvermögen in Griechenland, bis Deutschland Reparationen für die Besatzung im Zweiten Weltkrieg zahlt. Der Verband fordert auch Steuerfreiheit für Jahreseinkommen bis 25 000 Euro, einen sofortigen Stopp der Stellenstreichungen im Staatsdienst und die Abschiebung aller Migranten. Die Forderungen des Reservistenverbandes decken sich weitgehend mit dem, was die Goldene Morgenröte propagiert.
Für den morgigen Samstag hat der Verband zu einer Kundgebung vor dem Parlamentsgebäude am Athener Syntagmaplatz aufgerufen. Ziel der Versammlung soll sein, die „nationale Souveränität wiederherzustellen“. Die Veröffentlichung des Aufrufs auf der Internetseite alarmierte Justiz und Regierung. Noch am späten Donnerstagabend berief der Chefankläger des Obersten Gerichtshofs eine Krisensitzung leitender Staatsanwälte ein. Die Staatsanwaltschaft prüft nun rechtliche Schritte. Der Aufruf könnte den Tatbestand des Hochverrats erfüllen, hieß es in Justizkreisen.

Der Reservisten-Aufruf orientiert sich auffällig am Programm der neofaschistischen Partei „Goldene Morgenröte“, die über „Sturmabteilungen“ mit rund 3.000 Mitgliedern verfügt und die laut KSTA „von aktiven und pensionierten Elite-Ausbildern der Streitkräfte trainiert würden“.
Neben Überschneidungen zwischen Armee bzw. Reservisten und „Golden Dawn“, gibt es auch starke Überschneidungen mit einem Teil des Polizeiapparats.

Quelle:
* Gerd Höhler: Ex-Militärs begehren auf, „Kölner Stadt-Anzeiger“, 26.09.2013, http://www.ksta.de/politik/griechenland-ex-militaers-begehren-auf,15187246,24452048.html

Leserbrief in extrem rechter Zeitung bringt nach Jahrzehnten Licht ins Dunkel

Im Jahr 1982 stirbt Hans-Ullrich Rudel, höchstdekorierter Luftwaffenpilot im „Dritten Reich“, Ikone des Nationalsozialismus und des Nachkries-Rechtsextremismus.
Bundeswehrsoldaten in Uniform nehmen damals in Dornhausen an der Beerdigung des Altnazis und Wehrmachtfliegers Hans-Ullrich Rudel teil, die von insgesamt 2.500 Personen, vor allem aus dem rechten Spektrum, begleitet wird.
Während des Begräbnisses überflogen Bundeswehr-Kampfflugzeuge der Typen „Phantom“ und „Starfighter“ mehrfach im Tiefflug den Ort.

Nun äußerte sich in der extrem rechten Wochenzeitung „National-Zeitung“, dem Ex-DVU-Blatt, Nr 3 vom 11. Januar 2013 ein Lauftwaffen-Veteran in einem Leserbrief:
„Sehr geehrter Dr. Frey!
In der National-Zeitung wurde ein interessanter Artikel über Oberst Rudel veröffentlicht. Ich selbst bin ehemaliger Starfighter- und Phantom-Pilot der Luftwaffe und kann mich noch sehr gut an
die Sache mit dem Überflug erinnern. Auch daran, wie verzweifelt die dem Primat der Politik unterworfene Luftwaffenführung die „Schuldigen“ gesucht hatte. Ich habe allerdings „Manschetten“ vor der Macht der Political Correctness, die die Gut-Menschen immer wieder dazu verleitet, Existenzen Andersdenkender zu vernichten. Das „Letzte Geleit“ des Überflugs in Flugformation „Missing Man“ beim Rudel-Begräbnis war eine Sache, die nicht geplant, noch weniger per Flugauftrag ausgegeben werden durfte, sondern die sich spontan unter den Formationsfliegern ergeben hatte, zumal Ort und Zeit des Begräbnisses kein „Geheimnis“ waren.
Denn jeder Luftwaffen-Pilot sah damals die Einsatzbereitschaft und die fliegerischen Leistungen
von Oberst Rudel als Vorbild. Das durfte allerdings damals schon in der Öffentlichkeit nicht laut gesagt werden, man hatte den „Fall Kruppi und Franke“ noch zu gut in Erinnerung.
R. Bockelmann, per E-Post“
(Seite 12)

Rechte Vorkommnisse in der Bundeswehr – eine Ansammlung von Einzelfällen

Ein Bericht für 2012 nennt mindestens 70 Bundeswehrsoldaten, die durch 67 rechte Aktivitäten aufgefallen sind.

Spiegel-Online zählt einige Beispiele auf:

Am 25. September 2012 stoßen Soldaten beim Stöbern im Internet auf das Facebook-Profil eines Kameraden aus Ellwangen. Die Bilder, die der Zeitsoldat hochgeladen hat, zeigen ihn in SS-Uniform, darunter die Worte: „Arier – nicht nur sauber, sondern rein.“
Am 25. August 2012 werden Soldaten in der Kaserne Germersheim an einem Schießsimulator trainiert. Sie sollen dafür auf im Display dargestellte Menschen zielen. Auf die Frage eines Schützen, warum auf dem Bildschirm ein Bauer zu sehen sei, antwortet ein Zeitsoldat: „Keine Ahnung, vielleicht ist er Jude.“
In der Nacht vom 11. auf den 12. März 2012 wacht eine Soldatin in der Kaserne Stadum auf, weil in der benachbarten Stube ohrenbetäubend laut der „Kanakensong“ der Skinheadband Standarte gespielt wird. Der Urheber des Lärms, ein Zeitsoldat, hört regelmäßig rechtsextremistische Musik in geselliger Runde. Bei einer Durchsuchung in seiner Stube stoßen Vorgesetzte auch auf eine Stichwaffe.
Anfang September 2012 äußert ein Offiziersanwärter auf dem Standortübungsplatz Wendisch-Evern sinngemäß: „Ich hasse Juden. Juden schauen Deutsche immer so abwertend an.“ Dann fährt er fort: „Der Völkermord an den Juden war gar nicht so schlimm, teilweise sogar gerechtfertigt.“ Die Liste ließe sich fortsetzen.
[…] So nötigte etwa im August 2012 ein in Masar-i-Scharif stationierter Zeitsoldat ein afghanisches Kind, den „Hitlergruß“ zu zeigen. Ebenfalls in Afghanistan, diesmal in Kunduz, brüllte ein Soldat dreimal „Sieg“ – während aus der Nachbarstube mit „Heil“ geantwortet wurde.
[…] Im April 2012 stellte sich ein Wehrdienstleister in Schwarzenborn einem Kameraden so vor: „Nachname mit SS. SS ist mein Motto.“ In Luttmersen sagte ein Zeitsoldat über einen syrisch-libanesischen Kameraden, der einen langen Flur entlanglief: „Das schaut aus, als wäre das der Weg zur Gaskammer.“
[…] So platzierte ein Zeitsoldat aus Munster auf seiner Facebook-Seite einen Hund mit rot-weißer Hakenkreuzbinde, der den „Hitlergruß“ zeigt, darunter die Worte: „Sieg Wuff“. Auf YouTube wurde im April ein Video entdeckt, das mehrere Soldaten bei Liegestützen und Sit-ups zeigt. Ein Kamerad steht daneben, streckt den rechten Arm und ruft „Sieg Heil“. In Laage wiederum diente ein Zeitsoldat, der auf dem Kurznachrichten-Service „Whatsapp“ eine unmissverständliche Statusmeldung verwendete – ein Hakenkreuz.

Die Beteiligung an solchen Taten führt keinesfalls in allen Fällen zur entlassung. Aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linkspartei geht hervor, dass in den Jahren 2010 bis 2012 76 Angehörige der Truppe eindeutig als extreme Rechte erkannt, aber nur 18 von ihnen vorzeitig entlassen wurden.

Quellen:

* Matthias Gebauer und Jörg Schindler: Rechtsextremismus bei der Bundeswehr: „Schaut aus, als wäre das der Weg zur Gaskammer“, Spiegel-Online, http://www.spiegel.de/politik/deutschland/rechtsextremismus-bei-der-bundeswehr-67-vorfaelle-in-2012-registriert-a-921222.html
* Rechtsextreme Umtriebe in Bundeswehr reißen nicht ab, http://www.spiegel.de/spiegel/vorab/rechtsextreme-umtriebe-in-bundeswehr-reissen-nicht-ab-a-920999.html



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