Österreich: Armeeuniformen müssen draußen bleiben

Auf dem umstrittenen Ball des „Wiener Korporationsring“ (WKR), einem Verbund deutschnationaler Studentenverbindungen, sollen dieses Jahr keine Träger von Uniformen des österreichischen Bundesheeres auftreten dürfen. Das österreichische Blatt „Die Presse“ berichtet, dass der Verteidigungsminister Darabos (SPÖ) keine Uniform am WKR-Ball in der Hofburg erlaubt. „Man wolle nicht den Anschein erwecken, dass das Heer extreme Rechte unterstützt.“
Dieses Jahr findet der WKR-Ball am 27. Januar, am Auschwitz-Befreiungstag statt. Am Rande des Balls, ohnehin ein elitäres Stelldichein, treffen sich Mitglieder der extremen Eurorechten zur besseren Vernetzung. Dieses Jahr sind u.a. Bruno Gollnisch vom französischen „Front National“.

Quellen:
* APA: Verbot für Heeres-Uniform auf Burschenschafter-Ball, 11.01.2012, „Die Presse“, http://diepresse.com/home/politik/innenpolitik/723106/Verbot-fuer-HeeresUniform-auf-BurschenschafterBall
* apa/red: Ausgehuniform verboten, 11. Jänner 2012, http://www.news.at/articles/1202/11/316252/wkr-ball-ausgehuniform

Hamburg: Burschenschaft Germania, Militär und Bundeswehr

In einem lesenswerten Beitrag auf dem linken Informationsportal „Indymedia linksunten“ heißt es:

Wer Mitglied der Germania werden will, darf weder Frau noch offensichtlich „undeutsch“ sein, er kann aber Neonazi sein und er muss gedient haben. Denn bei den Waffenstudenten wird nicht nur die Verteidigung der Ehre bei der Mensur, sondern auch die des Vaterlandes mit der Waffe verlangt. So wundert es wenig, dass Alte Herren im Reservistenverband der Bundeswehr organisiert sind und Aktive an der Helmut-Schmidt-Universität der Bundeswehr (HSU) studieren. Auch Veranstaltungen widmet die Germania gerne soldatischen Themen.
So machte HSU-Student Martin D. im Juli 2010 seinen Fuxenvortrag zum Thema „private Söldnerfirmen“ und im November folgte dann Fux Jan-Mortimer B. mit dem Thema „Afghanistan – Der deutsche Versuch im ‚großen neuen Spiel’ zu bestehen – aus Sicht eines Truppenoffiziers“.
Die wichtigste Verbindung der Germanen zur Bundeswehr dürfte jedoch Oberstleutnant d. R. Ramon-Stefan Schmidt als Vorsitzender der Landesgruppe Hamburg des Verbands der Reservisten der Deutschen Bundeswehr e.V. repräsentieren. Dass Kamerad Schmidt auch zum Vortrag des Naziideologen Schwab in sein Burschenhaus ging, ist nicht unwahrscheinlich. Immerhin war der Oberreservist bis 2009 auch stellvertretender Vorsitzender des Altherrenverbandes der Germania. Die Alten Herren haben durch ihre finanzielle, personelle und ideelle Unterstützung erheblichen Einfluss auf die Vorgänge im Germanenhaus. Ob sich der Genuss, oder auch nur die Duldung von Nazivorträgen allerdings mit der Verantwortung für 2.200 Reservisten aus Hamburg verträgt ist fraglich. Nazifreund Schmidt ist formell immerhin auch Vorsitzender von Hauptmann der Reserve Michael Neumann, besser bekannt als Hamburgs Innensenator.

Quelle:
* Felix Krebs: HH: Nazis, Burschen, Bundeswehr, 11.01.2012, http://linksunten.indymedia.org/de/node/53106

USA: mutmaßliche Mitglieder des US-Marinkorps schänden Leichen

In einem Online-Video ist zu sehen wie offenbar vier Mitglieder des US-Marinekorps in Afghanistan unter Gelächter und Scherzen auf die Leichen von toten Taliban oder getöteten Zivilisten urinieren.
Eine Video-Unterschrift beschreibt die Urinierenden als Mitglieder eines Sniper-Teams aus Camp Lejeune (US-Staat North Carolina).
Inzwischen hat die Armee hat eine Untersuchung eingeleitet und es hieß, der Fall werde der Strafverfolgungsbehörde der Marine (NCIS) übergeben.
Inzwischen wurden offenbar alle an der Leichenschändung beteiligten US-Marines identifiziert.

Quellen:
* jam/sda: US-Marines pinkeln auf tote Taliban, Januar 2012, http://www.20min.ch/news/kreuz_und_quer/story/US-Marines-pinkeln-auf-tote-Taliban-29014900
* dpa: Alle US-Marines nach mutmaßlicher Leichenschändung identifiziert, 13.01.2012, http://www.tagesspiegel.de/politik/skandalvideo-alle-us-marines-nach-mutmasslicher-leichenschaendung-identifiziert/6066346.html

Bundeswehr-Studimagazin fest in neurechter Hand

Die neue Ausgabe von „campus“, der „Zeitschrift des studentischen Konvents“ der Bundeswehr-Universität in Neubiberg bei München ist erschienen. Die letzte Ausgabe von „campus“ war umstritten, weil der neue Chefredakteur, Oberleutnant Martin Böcker aus München, und mehrere weitere Mitarbeiter der rechten Strömung der „Neuen Rechten“ zuzuordnen sind (BraunzoneBw berichtete), die sich an der antidemokratischen „Konservativen Revolution“ orientiert. So trat Böcker als Autor für die neurechten Online-Formate „Blaue Narisse“ und „Sezession“-Blog (seit 3. Dezember 2009) und die Print-Formate „Sezession“ und „Junge Freiheit“ in Erscheinung. Böckers politische Orientierung schlug sich auch massiv inhaltlich im ersten Heft unter seiner Ägide als Chefredakteur nieder, in dem sich u.a. eine Anzeige des extrem rechten Thinktanks „Instituts für Staatspolitik“. Trotz laut gewordener Kritik konnte sich Böcker auf dem Posten als Chefredakteur halten.

campus 02-2011

Die zweite „campus“-Ausgabe unter Böckers Verantwortung trägt das Titelthema „Offizierskorps und Gesellschaft – Wer nicht redet, wird nicht gehört“.
Der Chefredakteur Martin Böcker beklagt in seinem Leitartikel unter der Überschrift „Wirkung geht vor Deckung“ die „Marginalisierung des Soldaten“ und fordert den (politisch) eigenmächtigen Soldaten, der sich als Teil der Elite versteht. Als Gewährsmann wird der Rechtsschreiber Gerd-Klaus Kaltenbrunner und dessen Elite-Definition herangezogen. Mit Verweis auf Kaltenbrunner wird sich auf dessen Absage an die „„humanitaristischen Werten“ wie „Mündigkeit, Emanzipation, Gleichheit“. Martin Böcker nennt diese Werte, „Werte, die in einer funktionierenden Armee nicht im selben Maße umgesetzt
werden können, wie in einer freiheitlich-demokratischen Gesellschaft – auch und gerade, wenn die Armee diese Gesellschaft schützt.“ Böcker beendet seinen Leitartikel mit der Forderung:

Dazu müssen deutsche Offiziere aus dem Schatten der reinen Funktions-Elite heraustreten und die Teilhabe am gesellschaftlichen Diskurs beanspruchen, in Teilen also selbst Elite werden.

Als Interviewpartner stand dem Magazin der israelische Militärhistoriker Martin van Creveld zur Verfügung, dessen Gast-Vortragsreihe in Trier auf Grund seines vulgären Antifeminismus und Sexismus nach Protesten abgebrochen werden musste (BraunzoneBw berichtete).
Auf die Frage „Wie erklären Sie sich die Zurückhaltung deutscher Offiziere?“ antwortet van Creveld:

Ihre Offiziere haben Angst. Und das auch aus guten Gründen, schließlich kann der kleinste Fehler zur Folge haben, dass er als „Extremist“ gebrandmarkt und wie ein wildes Tier zur Strecke gebracht wird. Das Ergebnis ist, dass man keine Bundeswehr-Einrichtung betreten kann, ohne sofort mit diesem Geruch von Bürokratie, politischer Korrektheit und Unterwürfigkeit konfrontiert zu werden.

Unter dem Titel „Entschieden für die Tapferkeit“ schreibt Böckers Gesinnungsgenosse Lars Kempf über Tapferkeit „nicht nur ein pathetischer Anspruch an den Soldaten, sondern“ als „ethisches Fundament.“ Kempf will im Kampf das Nachdenken ausgeschaltet wissen:

So relevant die Fragen nach Gewissen und Verantwortlichkeit im Vorfeld sein mögen, führen sie im Gefecht selbst bloß zu Irritationen und stiften Verwirrung.

Zu der Bundeswehr-Werbekampagne „Wir. Dienen. Deutschland“ hat Böcker einen lobenden Kommentar verfasst:

Diese implizit vermittelte Erkenntnis [Deutschland zu dienen] bringt dem Soldaten die Achtung entgegen, die der irgenwie eher so pazifistische Bionade-Intellektuelle nicht aufbringen kann. […] Vielleicht könnte dieser Zusammenhang, würde er in der Kampagne deutlicher hervorgebracht, nicht nur für den Dienst in den Streitkräften, sondern auch für den Dienst der Streitkräfte werben.

Fazit: So genannte „Neue Rechte“, Sympathiegänger der antidemokratischen „Konservativen Revolution“, haben das Studimagazin an einer Universität gekapert, an der etwa die Hälfte des deutschen Offiziersnachwuchses ausgebildet wird. Die rechte Wortergreifungsstrategie im Rahmen des geschriebenen Wortes schlägt sich auch inhaltlich nieder. Ganz unverhohlen und vor allem offenbar auch ohne dabei aufgehalten zu werden arbeitet eine rechte Jungoffiziers-Riege an der rechten, politischen Verschiebung ihrer Offizierskameraden.

Israel: frauenfeindliche Tendenzen in der Armee

In einem Artikel über Ultraorthodoxe in Israel in der Zeitung „Die Welt“ werden auch frauenfeindliche Tendenzen in der israelischen Armee erwähnt:

Diese Tendenz zur Radikalisierung innerhalb der religiösen Gemeinschaft hat es nun auch in eine Organisation geschafft, die sich das ganz und gar nicht leisten kann: die Armee. Der Armeechef müsse eine Entwicklung verhindern, „die die Sicherheit des israelischen Staates und die fundamentalen Werte der israelischen Gesellschaft als Ganzes“ gefährde, schrieben 19 Generalmajore der Reserve jüngst in einem Brief an Stabschef Benni Gantz.
Denn auch bei der Armee, wo man sich in Fragen der Religion bisher immer um den kleinsten gemeinsamen Nenner bemüht hatte, soll plötzlich überall die radikalste orthodoxe Interpretation gelten. Im September verließen neun männliche Kadetten eine Feier, bei der Soldatinnen sangen. Vier wurden schließlich von einem Offizierskurs ausgeschlossen, weil sie eine Entschuldigung verweigerten. Prompt verlangte der Oberrabbiner von Samarien – einem Teil des Westjordanlandes – von religiösen Soldaten, sie sollten lieber ihr Leben opfern, als singenden Frauen zuzuhören.
Ein schleichender Prozess
Nur einen Monat später mussten 100 Soldatinnen auf Aufforderung der Armeerabbiner die Feier zum Ende des Simchat-Thora-Feiertags verlassen und in einem räumlich abgetrennten Gebiet allein feiern. Liat Cohen war eine der Soldatinnen und erinnert sich: „Zwischen uns und den Jungs waren große Tische aufgebaut, wir haben ja nicht gemeinsam getanzt, sondern getrennt“, sagt sie. Und das ist seit ehedem nicht nur in der Armee, sondern selbst in vielen orthodoxen Gemeinschaften genug der Züchtigkeit gewesen.
Als die Soldatinnen sich dann darüber beschwerten, von der Musik und der Feststimmung abgeschnitten zu sein, ließen ihre Vorgesetzen die Mädchen in Bussen zurück in die Kaserne bringen: „Alle Offiziere haben nur mit den Schultern gezuckt“, erzählt Liat.

Quelle:
* Michael Borgstede: Wie Frauen aus der Öffentlichkeit verbannt werden, in: „Die Welt“, 28.12.2011, http://www.welt.de/politik/ausland/article13786527/Wie-Frauen-aus-der-Oeffentlichkeit-verbannt-werden.html

Neonazis in der Bundeswehr resozialisieren?

In der vom Thüringer Verfassungsschutz herausgegebenen Zeitschrift „Nachrichtendienst“ hieß es im Mai 1998 nach einem Papier der Linkspartei-Fraktion in Thüringen:

Gespräch mit dem Standortaltesten, Oberst Kuhn. […] Dass unser vor zwei Jahren hoffnungsvoll begonnenes Projekt, mit Hilfe der Bundeswehr junge wehrpflichtige Neonazis zu resozialisieren, den Bach herunter ist, nehmen wir resigniert zur Kenntnis. Spätfolgen der Pressekampagne aus dem letzten Sommerloch

Quelle:
* Fraktion DIE LINKE im Thüringer Landtag: Nazi-Terror und Verfassungsschutzskandal. Chronik der Ereignisse, 19.12.2011

Kokettieren mit Waffen

Wie der Fall der Nazi-Terrorzelle „Nationalsozialistischer Untergrund“ gezeigt hat, kokettieren Rechte gerne mit Waffen und benutzen sie auch zum Morden.
Dazu mal als Fundstück ein Screenshot-Bild vom ehemaligen Chefredakteur des „Deutschen Militärzeitschrift“, Manuel Ochsenreiter.

Manuel Ochsenreiter bewaffnet

Auch in Hessen wollen Neonazis bei Reservisten an der Waffe trainieren

Wie die „hessenschau“ und „hessischer rundfunk“ (hr) berichtet tummeln sich auch in hessischen Reservisten-Verbänden Neonazis, die dort an der Waffe geschult werden. Ein hr-Reporter erkannte beim Einsatz auf einem Weihnachtsmarkt in Gertenbach (Werra-Meißner) Roman W., einen Neonazi, gegen den derzeit auch die Polizei ermittelt. Der Neonazi war mit anderen Reservisten der „Kurhessischen Marschgruppe Hürtgenwald“, Teil einer Reservistenkameradschaft, als ehrenamtlicher Verkehrsposten im Einsatz. Weil Roman W. nicht gedient hatte, trug er allerdings im Gegensatz zu den Anderen keine Uniform.
Roman W. hatte nimmt nicht nur an Neonazi-Aufmärschen teil und wird dem Umfeld der Neonazi-Kameradschaft „Freier Widerstand Kassel“ zugerechnet, er soll auch im September in Kassel Nazi-Parolen u.a. auf das Holocaust-Denkmal gesprüht haben. Eine Polizeistreife nahm ihn mit seinem Freund David R. auf frischer Tat fest. Gegen beide läuft deswegen derzeit ein Ermittlungsverfahren. Auch David R., der 2008 für die NPD kandidierte, macht in Kurhessen bei der Reservistenarbeit mit.
Beide Neonazis hätten eine Aufnahme in eine benachbarte Kameradschaft beantragt und seien in der Bewährungszeit gewesen, so die verantwortlichen Reservisten-Funktionäre.

Wehrsportübung Nazis
OBEN: Bild von Nazi-Waffentraining, gefunden 2005 auf der Nazi-Homepage „www.blodsfana.de“

Nach den Medien-Hinweisen wollen die Zuständigen nun reagieren und die Neonazis ausschließen. Bislang wurden 2010 sechs Neonazis in Hessen, meist erst nach Hinweisen, ausgeschlossen. Insgesamt sollen in den vergangenen zehn Jahren bundesweit bereits 57 Menschen ausgeschlossen worden sein.

Quellen:
* hessenschau-Recherche: Neonazis bei hessischen Reservisten, http://www.hr-online.de/website/rubriken/nachrichten/indexhessen34938.jsp?rubrik=36086&key=standard_document_43328520
* clm: Einsatz bei Weihnachtsmarkt: Rechtsextreme halfen Reservisten, 07.12.11, http://www.hna.de/nachrichten/werra-meissner-kreis/witzenhausen/neonazis-halfen-schloss-1521164.html

Rechtsterroristen der 1970er: Unteroffizier mit dabei

In einem Artikel im „Neuen Deutschland“ werden frühere rechtsterroristische Umtriebe in der Bundesrepublik beschrieben und auch die Verwicklung von ehemaligen Bundeswehr-Soldaten in diese:

Die nach dem ehemaligen NPDler und Gauführer der Wiking Jugend Uwe Rohwer benannte siebenköpfige »Werwolf«-Einheit begeht zwischen November 1977 und Februar 1978 schwerste Straftaten, darunter bewaffnete Überfälle auf deutsche und niederländische Soldaten sowie einen Bankraub mit 66 000 DM Beute.
Den Ton gibt der ehemalige Unteroffizier Lothar Schulte an, der nach Fallschirmjäger- und Einzelkämpferausbildung wegen Misshandlung Untergebener unehrenhaft aus der Bundeswehr entlassen worden war. Nach Auffliegen der Gruppe erhalten Schulte und Rohwer Haftstrafen von elf bzw. neun Jahren.

Quelle:
* Carsten Hübner: Das Terrornetz von Michael Kühnen kannte kein Erbarmen, in: „Neues Deutschland“ vom 09.12.2011 , http://www.neues-deutschland.de/artikel/212904.das-terrornetz-von-michael-kuehnen-kannte-kein-erbarmen.html

Militärpfarrer schreibt in neurechten Blatt

Im typisch nationalistischen Duktus beklagt der Ulrich Kronenberg, der als Militärseelsorger
Soldaten der Bundeswehr im Feldlager von Kabul (Afghanistan) betreute, in der rechten Wochenzeitung „Junge Freiheit“ (Nr. 47/2011), dass Tod von Soldaten in der Bundesrepublik nicht mehr ausreichend gewürdigt werde und versucht dabei dem Soldatentod noch einen Sinn zu geben:

Das deutsche Volk hat allen Grund, sich in Ehrfurcht und Demut vor seinen toten Söhnen zu verneigen, anstatt in „höflichem Desinteresse“ zu verharren und die trauernden Angehörigen zu vergessen. Das ist mein Wunsch zum Volkstrauertag 2011.


Quelle:

* Ulrich Kronenberg: Volkstrauertag. Anteilnahme statt Phrasen, in: „Junge Freiheit“ Nr. 47/2011

Österreich: Soldat wegen Hitlergruß verurteilt

In Österreich wurde ein Soldat verurteilt, der als 20jähriger Gefreiter des Bundesheeres im Jahr 2000 in Bosnien Hitler-Gruß gezeigt und „Sieg Heil“ gerufen hatte.
Nach der Ableistung seines Grundwehrdienstes hatte sich der Verurteilte freiwillig zum Auslandseinsatz nahe der bosnischen Hauptstadt Sarajevo gemeldet. Schon während des Assistenzeinsatzes im Burgenland im Mai 2010 hatte er sich eine Tätowierung am rechten Oberarm machen lassen, so ließ er sich SS-Runen und die Abkürzung ABK („Arische Bruderschaft Kärnten“) stechen. In Sarajevo kam dann noch „Blut und Ehre“ dazu. Bei einer Geburtstagsfeier am 17. November 2010 war es dann zu dem Hitlergruß gekommen. Bei der Heimfahrt mit einem Bundesheerfahrzeug soll der Verurteilte dann auch noch einen Kameraden mit Migrationshintergrund mit den Worten „Du Ausländersau, ich bring euch alle um“ beschimpft haben.

Trotzdem der Angeklagte eine Tätowierung entfernen ließ wurde er 18 Monaten Haft verurteilt, wovon er sechs mindestens absitzen muss.

Quelle:
* APA: Nach Hitler-Gruß. Soldat wegen Wiederbetätigung zu 18 Monaten verurteilt, 12. Dezember 2011, http://derstandard.at/1323222842393/Nach-Hitler-Gruss-Soldat-wegen-Wiederbetaetigung-zu-18-Monaten-verurteilt

Estland: sicherer Hafen für NS-Kriegsverbrecher?

Ein Fernsehbericht über die Verhältnisse in Estland zeigt zum wiederholten Male dass dort Veteranen der Waffen-SS als Freiheitskämpfer verklärt werden.
Selbst Ritterkreuzträger werden gefeiert:
Ritterkreuzträger Estland

SS-Veteranen Estland 2011

Quelle:
* Estonia, Nazi safe haven, TV-Bericht, 21.11.11, http://rt.com/news/estonia-nazi-gorshkov-haven-803/

Volkstrauertag in München: Burschenschafter, Ritterkreuzträger und die Bundeswehr

Robert Andreasch vom AIDA-Archiv in München hat einen informativen Artikel über den diesjährigen Volkstrauertag in München veröffentlicht:

Zusammen mit bekannten ultrarechten Organisationen wie der „Ordensgemeinschaft der Ritterkreuzträger“ ehemaliger Wehrmachts- und Waffen-SS-Angehöriger und der völkischen „Burschenschaft Danubia“ gestalteten Bundeswehr und Bundespolizei die Veranstaltung zum Volkstrauertag im Münchner Hofgarten. Im Publikum anwesend: Bayerns Innenminister Joachim Herrmann.
Bei einer vom „Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge“ mitinitiierten Veranstaltung zum Volkstrauertag kam es am Sonntag, 13. November 2011, im Hofgarten an der Staatskanzlei zu einer bemerkenswerten Allianz: Bundespolizeidirektion und Bundeswehr gestalteten den Trauerzug und die Kranzniederlegung gemeinsam mit ultrarechten Gruppen wie der „Burschenschaft Danubia“ oder der „Ordensgemeinschaft der Ritterkreuzträger“ (OdR).
In den Stunden vor der Gedenkfeier war der Ablauf von den Staatsorganen gemeinsam mit den Aktivisten der rechten Gruppen besprochen und eingeübt worden. Sympathisant_innen der beteiligten Ultrarechten hatten zudem im Vorfeld Eintrittskarten für die Veranstaltung ausgehändigt bekommen. Im Publikum, das diesem Aufzug beiwohnte, befand sich auch der bayerische Innenminister Joachim Herrmann.

„Traditionsgemeinschaft“
Die „Ordensgemeinschaft der Ritterkreuzträger“ besteht unter diesem Namen seit 1955, davor gab es die „Gemeinschaft der Ritterkreuzträger“. Der Name bezieht sich auf die nationalsozialistische Tapferkeitsauszeichnung: Infolge des Polenfeldzugs verlieh Adolf Hitler persönlich über 7000 „Ritterkreuz“-Auszeichnungen zum „Eisernen Kreuz“. 438 dieser militärischen Orden erhielten Mitglieder der SS und Waffen-SS, z. B. der Kriegsverbrecher und SS-Obergruppenführer Josef „Sepp“ Dietrich. Konnten zunächst nur Träger eines „Ritterkreuzes“ oder des sogenannten „Militärverdienstkreuzes“ Mitglied der OdR werden, nimmt die Organisation heute auch Sympathisant_innen auf. Joachim Philipp aus Unterschleißheim ist stellvertetender Vorsitzender der OdR.
Die militaristische „Ordensgemeinschaft“ spricht das nationalsozialistische Deutschland von der Schuld am Zweiten Weltkrieg frei. Im Juni 1993 hieß es in der organisationsinternen Zeitschrift „Ritterkreuz“: „Das Beharren bundesdeutscher Lehrstuhlinhaber und verbeamteter Historiker auf der Legende am deutschen Überfall auf die Sowjetunion weitet sich zum peinlichsten Desaster der Nachkriegsgeschichte aus“.  Auf ihrer Jubiläumsveranstaltung im Jahr 2004 traten Reinhard Günzel, Dauerreferent der rechten Szene, sowie der Geschichtsrevisionist Gerd Schultze-Rhonhof auf, der in seinem Buch „Der Krieg, der viele Väter hatte“ ebenfalls die deutsche Kriegsschuld relativiert. Mitglieder der OdR standen in der Vergangenheit mit der extremen Rechten in Verbindung, z. B. über das Düsseldorfer Mitglied Hajo Herrmann, Multiaktivist in der deutschen Neonaziszene, oder bei der jährlichen SS-apologetischen Gedenkfeier auf dem Kärntner Ullrichsberg.

Schwarz-weiß-rot
1999 erließ Bundesverteidigungsminister Rudolf Scharping ein Kontaktverbot für Soldat_innen der Bundeswehr gegenüber der OdR, da diese von Leuten geführt werde, „die sehr nahe am Rechtsradikalismus sind, zum Teil direkt drin“. Für Beerdigungen und Kranzniederlegungen werden heute teilweise wieder Ausnahmeregelungen getroffen, z. B. dergestalt, dass Kränze der OdR von Bundeswehrsoldat_innen statt von den OdR-Delegierten niedergelegt werden. Im Hofgarten trugen Bundeswehrsoldaten den Kranz der OdR, der mit einer Kranzschlaufe (Aufschrift: „Traditionsgemeinschaft des Eisernen Kreuzes – Ordensgemeinschaft der Ritterkreuzträger“) in schwarz-weiß-rot, den Farben von Kaiserreich und Nationalsozialismus sowie einem „Eisernen Kreuz“ dekoriert war. Nur einen Meter dahinter folgten die beiden Delegierten der „Ordensgemeinschaft der Ritterkreuzträger“ ihrem Kranz.

„Heldengedenken“
Aber die OdR war nicht die einzige ultrarechte Organisation, die unter den Augen von Innenminister Herrmann am Sonntag Vormittag im Hofgarten vertreten war. Im offiziellen Trauerzug der Veranstaltenden und unter den in Formation Angetretenen befanden sich auch Mitglieder des „Kameradenkreis der Gebirgstruppe“ sowie Vertreter Münchner Burschenschaften, darunter „Chargen“ (in Phantasieuniformen gekleidete Funktionäre) der bis ins neonazistische Spektrum hinein verwobenen „Burschenschaft Danubia“. Die Münchner Burschenschaft „Cimbria“ hatte die Volkstrauertagsveranstaltung gar unter der aus dem Nationalsozialismus stammenden Bezeichnung „Heldengedenken“ in ihrem Semesterprogramm eingetragen.

„Kameradenkreis“
Beim „Kameradenkreis der Gebirgstruppe“ handelt es sich um eine Organisation, in der sich sowohl ehemalige Mitglieder von Gebirgsjägereinheiten der NS-Wehrmacht und der Waffen-SS als auch ehemalige und aktive Mitglieder der Bundeswehrgebirgstruppe organisieren. Ehrenpräsident der Vereinigung war der in Nürnberg wegen Kriegsverbrechen verurteilte General a. D. Hubert Lanz.

„Danubia“
Die „Danubia“ gehört zu den am weitesten rechtsaußen angesiedelten studentischen „Burschenschaften“ überhaupt. Sie ist Teil der völkischen „Burschenschaftlichen Gemeinschaft“ (BG) deutscher und österreichischer Burschenschaften, die zuletzt im Dachverband „Deutsche Burschenschaft“ (DB) rassebiologische Aufnahmekriterien festschreiben lassen wollte. Das Haus der „Danubia“ in der Möhlstraße im Münchner Stadtteil Bogenhausen wird auch von Mitgliedern der neonazistischen „Kameradschaft München“ besucht.
Ein führendes Mitglied der Neonazitruppe soll nach Informationen des a.i.d.a.-Archivs in der letzten Zeit sogar unter der Danubia-Adresse gemeldet gewesen sein. Die neonazistische „Gemeinschaft Deutscher Frauen“ hat in Kooperation mit Burschenschaftern der Danubia in deren Haus ein oberbayerisches „Regionaltreffen“ abgehalten. Das Referentenprogramm der Burschenschaft in den letzten Jahren liest sich wie das „Who is who“ der extrem rechten Szene. Im Mai 2011 hatte die „Danubia“ z. B. den „nationalrevolutionären“ Publizisten Jürgen Schwab (Nürnberg) als Vortragenden eingeladen. Schwab, der regelmäßig Texte auf der Homepage des neonazistischen „Freien Netz Süd“ veröffentlicht, war wenige Tage vorher, am 1. Mai, zusammen mit dem stellvertretenden NPD-Bundesvorsitzenden Karl Richter beim Neonaziaufmarsch in Heilbronn als Redner aufgetreten.

Quelle:
* Robert Andreasch: Rechtsum im Hofgarten, 27. November 2011, http://www.aida-archiv.de/index.php?option=com_content&view=article&id=2604:rechtsum-im-hofgarten&catid=41:parteien-und-organisationen&Itemid=151

Na Endlich! Neonazis raus aus dem Reservistenverband!

Wie die Medien berichten wurden acht extreme Rechte, mehrheitlich NPD-Mitglieder, aus dem Reservistenverband der Bundeswehr in Sachsen, der insgesamt 1.600 Mitglieder hat, entfernt:

Der sächsische Reservistenverband der Bundeswehr hat sich nach der mutmaßlichen Neonazi-Mordserie von acht Mitgliedern getrennt, die in der NPD oder der rechtsextremen Szene aktiv sind.
Neben dem Landtagsabgeordneten Winfried Petzold, der in der Leipziger Odermannstraße ein Bürgerbüro betreibt, sind darunter auch weitere NPD-Kader aus der Region.

Durch ihre Mitgliedschaft im Reservisten war es den Rechten erlaubt Waffen zu besitzen. Insgesamt sollen Sachsens Rechte im Besitz von über 150 Schusswaffen sein.

Quelle:
* Robert Nößler: Leipziger NPD-Funktionäre nach Neonazi-Morden aus Reservistenverband
ausgeschlossen, 23.11.11, http://nachrichten.lvz-online.de/nachrichten/mitteldeutschland/leipziger-npd-funktionaere-nach-neonazi-mordserie-aus-reservistenverband-ausgeschlossen/r-mitteldeutschland-a-114661.html

Neben Inlandsgeheimdienst VS jetzt offenbar auch der Bundeswehrgeheimdienst MAD in Rechtsterrorismus-Affäre verwickelt

Die Tagesschau berichtet online:

Zudem ermittelte nach ARD-Informationen auch der Militärische Abschirmdienst (MAD) der Bundeswehr im Umfeld der drei Neonazis. Eine Verbindung könnte der Sprengstoff sein, den das Trio zum Bau von Rohrbomben eingesetzt hatte. Die Explosivstoffe könnten aus Bundeswehr-Beständen stammen. Laut „Focus“ wurde der MAD kurz nach dem Untertauchen des Trios 1998 über dessen Aufenthaltsort informiert. Ein V-Mann des MAD habe diese Information damals an eine Außenstelle der Behörde in Leipzig weitergegeben – die Information sei aber in der MAD-Zentrale in Köln liegengeblieben.

Quelle:
* Tagesschau-Meldung, http://www.tagesschau.de/inland/rechtsterrorismus110.html

Rommel kein Nazi-Opfer, sondern Nazi-Täter

Zitate aus dem lesenswerten Artikel „Generalabrechnung“ über den Kult um Rommel in Heidenheim:

„Sicher ist: Er war ein heftiger Bewunderer Hitlers und hat den Aufstieg der Nationalsozialisten ausdrücklich begrüßt. Er befehligte eine Panzerdivison beim Angriffskrieg gegen Frankreich, ab Februar 1941 bekämpfte er in Libyen und Ägypten die britischen Truppen, zeitweise mit Erfolg. Hitler protegierte Rommel, innerhalb von nur elf Jahren stieg dieser vom Major zum Generalfeldmarschall auf. Hitlers Vertrauen dankte Rommel mit Ergebenheit.
Sicher ist auch, dass Rommel kein Antisemit war. Er hat allerdings nie öffentlich gegen judenfeindliche NS-Politik protestiert. Als er sich – spätestens im Frühsommer 1944 nach der erfolgreichen Invasion der Alliierten in der Normandie – zumindest innerlich von Hitler distanzierte, tat er das keinesfalls aus moralischen Gründen. Ihn störte nicht der Diktator, sondern dessen Erfolglosigkeit.“

„Heidenheim ist nicht die einzige deutsche Stadt, die noch an Erwin Rommel erinnert. 22 Straßen und Wege tragen seinen Namen, 15 davon in Baden-Württemberg, dazu zwei Kasernen der Bundeswehr. Das liegt ganz wesentlich an zwei Mythen. Der erste lautet: Rommel führte einen sauberen, ritterlichen Krieg, verhielt sich auch dem Feind gegenüber anständig. Der zweite besagt, Rommel habe mit dem Widerstand sympathisiert, sei gar in die Pläne der Attentäter um Claus Schenk Graf von Stauffenberg involviert gewesen. Beides muss heute stark bezweifelt werden.“

„Am 14.10.1944 wurde Rommel als Verschwörer gegen Hitler zum Selbstmord gezwungen.
Ganz falsch ist das nicht, bloß irreführend. Tatsächlich fuhren an besagtem Tag zwei hochrangige Generäle zu Rommels Anwesen. Sie konfrontierten ihn mit Aussagen verhörter Widerstandskämpfer, die seinen Namen genannt hatten. Rommel bestritt jede Beteiligung, wurde aber vor die Wahl gestellt: Suizid oder Anklage vor dem Volksgerichtshof. Er entschied sich für die Zyankalikapsel. Dass er wirklich von dem Bombenanschlag vom 20. Juli wusste, gilt heute als unwahrscheinlich. Auch die Witwe und Sohn Manfred, später Oberbürgermeister von Stuttgart, haben das nach Kriegsende bezeugt.“

Quelle:
* Generalabrechnung, 13.11.2011, http://www.tagesspiegel.de/zeitung/generalabrechnung/5827484.html

Frauenfeindlichkeit ist doch kein Kavaliersdelikt: Uni Trier schmeißt Militärhistoriker raus

Die Gast-Professur dieses Wintersemester von Prof. Dr. Martin van Creveldt für das „Historisch-Kulturwissenschaftliche Zentrum“ der Uni Trier ist nach Protesten infolge eines skandalösen Vortrages vorzeitig beendet worden. Martin van Creveldt kommt aus Israel, wo er bis zu seiner Emeritierung 2008 Professor an der Hebräischen Universität von Jerusalem war. Martin van Creveldt gilt Kritikern als Wehrmachts-Apologet und flirtete in Vergangenheit häufiger mit der extremen Rechten in Deutschland. Er ist regelmäßiger Autor für die rechte Wochenzeitung „Junge Freiheit“, schrieb aber bereits auch schon für die extrem rechte „Deutsche Militärzeitschrift“ und das neurechte Strategieblatt „Sezession“. Zudem gilt er als „Ikone der Zeitschrift eigentümlich frei“, einem rechtsliberalen Magazin. Als Referent trat er bereits beim 8. Berliner Kolleg (Dezember 2004) des neurechten „Institut für Staatspolitik“ in Erscheinung.

Martin van Creveldt soll sich in Trier während seines Vortrags massiv frauenfeindlich geäußert haben. Ein Blog zitiert in u.a. mit folgenden Worten:

„Wie bei der feministischen Literatur zu diesen Themen hängt alles davon ab, wie sehr manche Damen Sex hassen”

(über Vergewaltigungen)

„Sie sind es, die dann auf die Wiederkehr der Männer warteten, für ihr Überleben beteten, sie mit offenen Schenkeln willkommen hießen, wenn sie heimkehrten”

„alle Frauen, oder zumindest sehr viele, genießen es, Männern dabei zuzusehen, wie sie sich gegenseitig abschlachten”

Hochschulgruppen nannten die Thesen von Martin van Creveldt „frauenfeindlich, militaristisch, antiisraelisch, vulgärwissenschaftlich und methodisch primitiv“. Nach den Protesten wurde van Crevelds Vertrag als Gastdozent nach nur einer Vorlesung „wegen gegenseitiger Vorbehalte“ aufgelöst.

Quellen:
* Zitate nach : http://www.16vor.de/index.php/2011/10/18/wenn-ich-menschen-sage-meine-ich-manner/
* Wenn Männer sich schlagen, erregt das die Frauen, 02.11.2011, in: „Welt Online“, http://www.welt.de/kultur/history/article13693394/Wenn-Maenner-sich-schlagen-erregt-das-die-Frauen.html#

Tschechien: Armee will „Extremisten“ ausfiltern

Nach zwei Jahren Arbeit hat das tschechische Verteidigungsministerium eine Anweisung herausgegeben die linke und rechte „Extremisten“ anhand ihrer Symbolik (z.B. in Form von Tattoos) erkennen helfen soll. Diese Anweisung war notwendig geworden nachdem zwei tschechische Soldaten, die in Afghanistan stationiert waren, durch Nazi-Symbolik an ihren Helmen aufgefallen waren. Ein anderer Soldat hatte Tattoos mit SS-Symbolen.
Weitere Beispiele wären der Neonazi Vladimír Holub diente auch in der 4th Rapid Response Brigade im Irak oder Jan Brhel, ein Neonazi von Teplice, ebenfalls Mitglied in derselben Brigade.

Quelle:
* ROMEA: Czech Army battles extremists in its own ranks, 25.10.11, http://www.romea.cz/english/index.php?id=detail&detail=2007_2912

DMZ Nr. 84 vom November/Dezember 2011 und DMZ-Sonderausgabe zu Fallschirmjägern erschienen

Die „Deutsche Militärzeitschrift“ (DMZ) Nr. 84 vom November/Dezember ist 2011 erschienen.
DMZ Nr. 84

Interviewpartner dieser Ausgabe war:
* Khaled al-Kassamani (* 1970), Funktionär der „Syrisch Sozialen Nationalistischen Partei“ (SSNP) im Libanon, die 2005 einer von der syrischen Baath-Partei unter Assad geführten Einheitsfront beigerteten ist. Die „Syrische Soziale Nationalistische Partei“ (SSNP) wurde von einem Hitlerverehrer gegründet. Ihre Mitglieder träumen von einem großsyrischen Reich, das den Libanon, Zypern, Jordanien, Kuwait, Teile von Ägypten und der Türkei und natürlich Israel einschließt.
Als Parteisymbol verwendet sie eine Art Hakenkreuz und Mitglieder singen auf die Melodie von „Deutschland, Deutschland über alles“ eine arabische Hymne „Gegrüßet seist Du, Syrien …“ und sollen auch den faschistischen Gruß verwenden.
SSNP

Das Interview führte der ehemalige DMZ-Chefredakteur Manuel Ochsenreiter. Dieser hat aus offenkundiger Sympathie diesen syrischen Faschisten interviewt. Auch dessen Verbündeten Assad, den syrischen Machthaber, skizziert Ochsenreiter in seinem Artikel „Syrien im Würgegriff“ als eine Art von Außen bedrängten Landesvater. In Wahrheit ist Assad gerade verantwortlich für die blutige Niederschlagung eines unbewaffneten Aufstandes. Die Schätzungen gehen inzwischen von mehreren tausend Toten aus.
Syrien im Würgegriff

Die Anzeigen in der DMZ stammen diesmal u.a. von:
* dem extrem rechten Magazin „Die Aula“.
* dem Scherzers Militärverlag aus Sachsen.
* dem extrem rechten Tübinger Grabert-Verlag.
* Venatus-Messer
* dem Militaria-Magazin

Darüber hinaus ist ein DMZ-Sonderheft zum Thema „Fallschirmjäger“ erschienen.
DMZ-Sonderheft Fallschirmjäger
Dem DMZ-Sonderheft liegt auch eine CD bei, dass drei Lieder enthält: 1. „Rot scheint die Sonne“, 2. „Fallschirmjäger greifen an“ und 3. „Es war ein verwegenes Jagen“)

In dem, in Bundeswehr-Fallschirmjäger-Kreisen inoffiziell bis heute gern gesungenen Lied „Fallschirmjäger greifen an“, heißt es:

Hurra, wir starten, hurra, wir starten, / wenn die erste Morgensonne scheint, / Fallschirmjäger, Fallschirmjäger / gehen ran an den Feind!

Und im Refrain heißt es unter Bezug auf Siege der deutschen Wehrmacht:

Narvik, Rotterdam, Korinth / Und das heiße Kreta sind / Stätten unserer Siege! / Ja, wir greifen immer an, / Fallschirmjäger gehen ran, / Sind bereit, zu wagen!

Quellen:
* DMZ Nr. 8?
* DMZ-Sonderausgabe zum Thema „Fallschirmjäger“

„Deutsche Militärzeitschrift“ unter neuer Führung

Die „Deutsche Militärzeitschrift“ (DMZ) hat seit Mitte dieses Jahres einen neuen Chefredakteur. Für den alten Chefredakteur, Manuel Ochsenreiter (* 1976), sprang ein gewisser Michael Kraus ein. Der Burschenschafter Ochsenreiter, der seit Ende 2004 DMZ-Chefredakteur war, wirkt aber weiterhin als Autor mit. Ochsenreiter ist nun aber vor allem als Chefredakteur des Nazi-Magazins „Zuerst!“ tätig.
Michael Kraus, DMZ-Chefredakteur



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